Lösung für Grouvener Weiher in Erarbeitung
Stadt möchte Weiher erhalten – technisches Provisorium soll Gewässer sichern
Der Grouvener Weiher soll erhalten bleiben – das ist das klare Ziel der Stadt Elsdorf. Obwohl sich das Gewässer in privatem Eigentum befindet und die Stadt formal nicht zuständig ist, setzt sie sich deutlich dafür ein, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen für den Fortbestand zu entwickeln.
Hintergrund der aktuellen Situation ist die Wasserversorgung des Weihers: Seit mehr als 40 Jahren wird er mit sogenanntem Sümpfungswasser aus dem Tagebau gestützt. Zuvor war der Weiher im Wesentlichen durch Regenwasser - und bis zur Verlegung der Kanalisation aus Abwasser der Orte Berrendorf und Giesendorf -gespeist worden. Grundwasserkontakt hatten der Weiher sowie das zufließende Giesendorfer Fließ zu keiner Zeit. Erst durch die freiwillige und kostenlose Wasserbereitstellung durch den Bergbaubetreiber RWE blieb der der Wasserstand – trotz jahreszeitlicher Schwankungen – stabil. Wenige Jahre nach dem Start der Maßnahme wurde der Angelverein gegründet und der Weiher seitdem von den Mitgliedern ehrenamtlich gepflegt und bewirtschaftet.
Seit rund zwei Monaten reicht die Wasserzufuhr bedingt durch den Kohleausstieg jedoch nicht mehr aus. Auf der Suche nach einem langfristig tragfähigen Konzept zur Zukunft des Weihers hat die Stadt Elsdorf die Initiative ergriffen und alle Beteiligten an einen Tisch gebracht. „Unser Ziel ist klar: Der Weiher soll erhalten bleiben. Deshalb unterstützen wir den Dialog und suchen gemeinsam nach Lösungen“, betont Patrick Adam, Fachbereichsleiter der Stadt.
Kurzfristig wurde auf Veranlassung der Stadt durch Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) Wasser aus dem öffentlichen Netz in den Weiher gepumpt. Diese Maßnahme ist jedoch nur als Übergangslösung geeignet.
Im Rahmen eines gemeinsamen Gesprächs hat RWE nun erneut zugesagt, technische Möglichkeiten zur Sicherstellung einer ausreichenden Wasserzufuhr zu prüfen. Sollte es notwendig werden, könnten übergangsweise auch Wassertransporte per Tankwagen organisiert werden. Zudem wird die Stadt den Wasserstand künftig kontinuierlich dokumentieren, um kritische Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können.
Gemeinsam mit dem Fischereifachverband wird der Verein unter sorgfältiger Wahrung des Tierschutzes den Fischbestand regulieren. Verein und Fachverband gehen derzeit von einem Bestand von etwa 10 Tonnen Fisch aus – für die Größe des Weihers ist dies deutlich zu viel und kann zum „Umkippen“ des Gewässers führen. Vermutlich auch bedingt durch die warme Temperatur des Sümpfungswassers (ca. 25 Grad Celcius) ist die Population unnatürlich hoch.
Parallel dazu richten alle Beteiligten den Blick auf eine langfristige Lösung. Denn mit dem Ende des Tagebaus entfällt die bisherige Wasserquelle dauerhaft. Rechtlich ist vorgeschrieben, dass das gesamte Sümpfungswasser künftig zur Befüllung des geplanten „Elsdorfer Sees“ im derzeitigen Tagebau Hambach genutzt werden muss. Um diese Versorgungslücke zu schließen, werden unter Federführung der Stadt Elsdorf derzeit alternative technische Lösungen geprüft – etwa aus anderen Wasserquellen oder -netzen. Da dies mit absehbar hohen Kosten verbunden ist, prüft die Stadt, ob eine Umsetzung mit Unterstützung von Fördermitteln möglich ist.
Die Herausforderung ist komplex, doch die Stadt Elsdorf macht deutlich: Sie wird den Prozess weiterhin deutlich unterstützen, um gemeinsam mit allen Beteiligten eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Grouvener Weihers zu finden.
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