Hambacher Forst wird in öffentliches Eigentum übergehen
Region will Verantwortung für Zukunft übernehmen
Gemeinsam mit Vertretern der Kommunen, des Eigentümers RWE, der Landwirtschaft und des Naturschutzes stellte das NRW-Umweltministerium die Eckpunkte für die zukünftige Entwicklung des Hambacher Forstes vor. Die Vereinbarung sieht vor, dass der Wald spätestens bis 2035 in öffentliches Eigentum überführt wird. Bis Ende 2026 sollen die vereinbarten Eckpunkte in einem verbindlichen Vertrag festgeschrieben werden.
Für die Kommunen ist die Einigung weit mehr als eine Regelung zur Zukunft eines einzelnen Waldgebietes. Sie markiert einen wichtigen Schritt hin zu mehr regionaler Verantwortung und Mitgestaltung bei den zentralen Zukunftsfragen des Rheinischen Reviers.
„Die Region hat in den vergangenen Jahren mit dem Rahmenplan Hambach eine klare und gemeinsam abgestimmte Vorstellung ihrer Zukunft entwickelt. Die aktuelle Vereinbarung zum Hambacher Forst fügt sich nun in dieses größere Gesamtbild unserer Region ein und schafft die Grundlage dafür, dass die Menschen vor Ort ihre Heimat langfristig mitgestalten können“, erklärt Andreas Heller, Bürgermeister der Stadt Elsdorf und Aufsichtsratsvorsitzender der Neuland Hambach GmbH.
Der Hambacher Forst ist ein wichtiger Bestandteil des Rahmenplans Hambach. „Mit der Erklärung zum dauerhaften Erhalt des Hambacher Forstes wird ein wichtiger Baustein des Rahmenplans Hambach konkretisiert. Die Waldvernetzung war immer Teil der gemeinsamen Zukunftsvorstellungen für diesen Raum. Dass es nun gelungen ist, unterschiedliche Interessen in einer tragfähigen Vereinbarung zusammenzuführen, schafft Klarheit und Planungssicherheit für die weitere Entwicklung. Der Wald erhält eine langfristige Perspektive und fügt sich gleichzeitig in das Gesamtkonzept der Region ein“, erklärt Boris Linden, Geschäftsführer der Neuland Hambach GmbH.
Die vorgesehene Überführung in öffentliches Eigentum schafft dabei vor allem eines: Verlässlichkeit. „Landesregierungen und politische Mehrheiten kommen und gehen, die Region aber bleibt“, so Heller weiter. „Ein guter Tag für unsere Region, denn künftig sitzen wir mit am Entscheidungstisch. Anders als bisher werden wir nicht nur Beteiligte sein, sondern Vertragspartner einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung. Das schafft Beständigkeit für die kommenden Jahrzehnte.“
Die Kommunen sehen sich deshalb ausdrücklich in der Verantwortung, künftig auch Eigentümeraufgaben zu übernehmen. Nur die Menschen und Institutionen vor Ort könnten dauerhaft sicherstellen, dass die Entwicklung des Hambacher Forstes in das größere räumliche und strukturelle Zukunftsbild der Region eingebettet bleibt.
Die Vereinbarung sieht vor, den Hambacher Forst dauerhaft zu schützen und als Wildnisentwicklungsgebiet zu sichern. Darüber hinaus sollen Verbindungen zu benachbarten Waldflächen geschaffen werden, um wertvolle Lebensräume zu vernetzen. Die Neuland Hambach wird dies konzeptionell erarbeiten. Zugleich wird mit dem Radweg Hambach Loop die Erlebbarkeit und Erholungsfunktion des Waldes gestärkt. Für die Kommunen steht dabei jedoch nicht die Detailgestaltung einzelner Maßnahmen im Vordergrund, sondern die langfristige Verantwortung für den gesamten Raum.
„Es wird oft über uns als geschundene Region gesprochen. Künftig wird man mit uns sprechen müssen. Die heutige Vereinbarung schafft eine neue Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Land und Region“, betont Heller.
Die Kommunen verbinden mit der Vereinbarung auch die Erwartung an das Land, dafür Sorge zu tragen, dass nun alle Protestler und auch noch die verbliebenen Besetzer den Wald zügig verlassen, damit der Hambacher Forst endlich zur Ruhe kommt und sich ungestört entwickeln kann.
Aus Sicht der Region reicht die Bedeutung der getroffenen Einigung weit über den Hambacher Forst hinaus. Sie steht für ein neues Rollenverständnis im Rheinischen Revier: Die Zukunft der Region wird gemeinsam gestaltet – mit den Menschen vor Ort und nicht über ihre Köpfe hinweg.
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