Hochinnovatives Deep-Tech Unternehmen BIOWEG siedelt sich in Elsdorf an
Weiterer Ausbau des Wirtschaftsstandorts Elsdorf
Die deutsche BIOWEG GmbH baut auf einem Teil des früheren Zuckerfabrikgelände von Pfeifer & Langen in Elsdorf die größte europäische Anlage zur Herstellung bakterieller Zellulose. Das innovative Biotechnologie-Unternehmen will dort Abfallstoffe aus der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft mithilfe von Bakterien zu bakterieller Zellulose verarbeiten. Das so gewonnene Material kann Mikroplastik unter anderem in Kosmetik, Reinigungsmitteln und Produkten für die Landwirtschaft ersetzen.
Der Ansatz von Bioweg ist überaus innovativ: Mit Hilfe biotechnologischer Verfahren sollen aus Abfällen Materialien entstehen, die Mikroplastik in Kosmetik- und Reinigungsprodukten ersetzen können. Damit kann der Einsatz von Mikroplastik, das in Kläranlagen nicht vollständig aus dem Abwasser gefiltert werden kann, vermieden bzw. reduziert werden. Auch in der Landwirtschaft kann das neue Material eingesetzt werden. Hier sollen die Anwendungskosten dabei sogar deutlich sinken: Die gleiche Wirkung wird mit einer bis zu 70 Prozent geringeren Dosierung erzielt als bei vergleichbaren synthetischen Stoffen.
Mit der nun in den Bau gehenden Anlage sollen erstmals nennenswerte Mengen bakterieller Zellulose für den europäischen Markt produziert werden. Der Baubeginn ist für Ende 2026 geplant. Ab 2028 sollen die ersten Produkte ausgeliefert werden. Vorgesehen ist eine Produktion von bis zu 10.000 Tonnen pro Jahr. Mit Elsdorf hat sich BIOWEG für einen Standort direkt in einem der größten Zuckerindustriekomplexe Deutschlands entschieden. So können Melasse und andere Nebenströme nur wenige Meter von ihrem Entstehungsort entfernt als Fermentationsrohstoffe verwertet werden – wodurch logistische Emissionen reduziert, Betriebskosten gesenkt und die Versorgung sichergestellt werden kann.
„Mit BIOWEG entscheidet sich ein hochinnovatives Unternehmen für Elsdorf. Damit wird einmal mehr deutlich, wie hier bei uns der Wandel stattfindet. Vor zehn Jahren hätte doch niemand gedacht, dass sich bei uns ein solches Unternehmen niederlässt. Oder GEA, oder Microsoft. Bei uns entstehen jetzt endlich neue Technologien, neue Arbeitsplätze und neue Wertschöpfung. Darauf haben wir lange hingearbeitet. Die Ansiedlung von BIOWEG ist ein weiterer Meilenstein, Elsdorf zu einem attraktiven und zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Wir freuen uns sehr, dass BIOWEG diesen Weg gemeinsam mit uns geht“, betont Bürgermeister Andreas Heller.
Mit der neuen Produktionsstätte wird in Elsdorf der Zweig industrieller Biotechnologien ausgebaut, der Bedeutung für den gesamten europäischen Markt haben wird. Einen Teil der Investition unterstützt die Europäische Union: Für den Bau der Anlage erhält BIOWEG rund 10,3 Millionen Euro Fördermittel.
Durch die Ansiedlung setzt sich die positive wirtschaftliche Entwicklung Elsdorfs fort. Unternehmen wie u.a. der Maschinen- und Anlagenbauer GEA, die Deutsche Post, Thyssengas und TCA Landwirtschaftsbedarf hatten sich in den vergangenen Jahren bereits für Elsdorf entschieden. Das geplante Microsoft-Rechenzentrum ist ein wichtiger Impuls, der die Attraktivität Elsdorfs für neue Unternehmen zusätzlich erhöht. Mit der Ansiedlung von BIOWEG nun wird in Elsdorf die Produktion eines hochinnovativen Materials etabliert, das Europa heute fast ausschließlich importiert.
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